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New Work: Herausforderungen von Arbeit 4.0

Blog Home / Digitaler Arbeitsplatz / New Work: Herausforderungen von Arbeit 4.0

Was sind die Rahmenbedingungen von New Work? Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? Wie verändert New Work die Kommunikation im Unternehmen? Eine Zusammenfassung der Diskussion zum Thema New Work bei unserem Event „New.Work – Arbeitsplatz neu gedacht“.

Digitalisierung und Globalisierung treiben den Wandel der Arbeitswelt voran. Wie wird Arbeiten zukünftig aussehen? Die Antwort auf diese Frage ist nicht eindeutig, aber dass sich viel verändern wird und auch schon viel verändert hat, ist offensichtlich. Dieser Zustand macht vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Angst. Denn: Was passiert mit der menschlichen Arbeitskraft, wenn immer mehr Prozesse, wenn immer mehr Arbeit digitalisiert wird?

Die Digitalisierung verändert auch die Formen der Zusammenarbeit. Nicht nur, weil immer mehr Maschinen die menschliche Arbeitskraft ersetzen. Zudem ist die Art und Weise der Kommunikation in Unternehmen betroffen, da Digitalisierung zu steigender Transparenz führt.

Auf unserem New-Work-Event diskutierten:

  • Dr. Gert Sieger, KFM Deutsche Mittelstand AG
  • Dr. Uwe Hermann, Logistik 21 GmbH
  • Oliver Demcik, ELO Digital Office GmbH
  • Susanne Beckmann, Coach für Persönlichkeitsentwicklung
  • Dr. Ralf-Peter Simon, Weiser, Kuck & Comp. GmbH
  • Martin Saalmann, busitec GmbH
  • Friedhelm Meifuß, busitec GmbH

New Work betrifft die Firmenstrategie

Wer sich als Unternehmen dem Gedanken von New Work öffnet, kommt nicht umhin, es in die Ausrichtung der eigenen Strategie zu integrieren. Dabei geht es um drei mögliche Strategien: 

  • Wettbewerbsvorsprung durch Innovationen erzielen.
  • Marktführer in einer Nische durch Spezialisierung werden.
  • Kostenführerschaft anstreben und Produkte preisgünstiger als der Wettbewerb anbieten.

New Work und der Fachkräftemangel

Mit dem Fachkräftemangel hat das Buhlen um die passenden Talente und High Potentials einen anderen Stellenwert erhalten. Arbeitgeber sind heute zunehmend in der Position der „Bewerber“ um die richtigen Mitarbeiter*innen. Sie haben quasi eine Bringschuld, zu zeigen, warum sie als Arbeitgeber attraktiv sind. Dazu braucht es die richtige Ansprache. Waren es früher der dicke Dienstwagen, ein gutes Gehalt und kalkulierbare Karrieresprünge, sind die Wünsche der so genannten Millennials heute viel differenzierter.  

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG), die der Frage nachging, wie junge Top-Talente von Arbeitgebern am besten angesprochen werden.  Das Ergebnis: Mehr als zwei Drittel wollen einen innovativen Arbeitgeber mit klarem Profil. BCG resümiert: Gerade im Wettbewerb mit Technologiefirmen müssten traditionelle Unternehmen ihr Profil schärfen und Wege finden, ihre Innovationskraft zu zeigen. 

New Work und Führung

Was hat der Fachkräftemangel beziehungsweise der Umgang damit mit Führungskräften in Unternehmen zu tun? Bei dieser Frage geht es um die im Unternehmen proklamierte Kultur, die Führungskräfte vorleben sollten. In Zeiten von New Work geht es um eine Identität stiftende, mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur. Führungskräfte sind die Umsetzer dieser Kultur und gefordert, ihr Führungshandeln zu überprüfen und neu auszurichten. Sie müssen neue Arbeitsformen in ihre Führung integrieren und zukünftig mehr Raum für Selbstbestimmung, Mitgestaltung und Entwicklungsmöglichkeiten auf Seiten der Mitarbeiter*innen zulassen. 

New Work, Arbeitsplatz 4.0, Modern Workplace, Moderner Arbeitsplatz, Digitalisierung, Fachkräftemangel

New Work und die Frage der Generationen 

Für die Generation der Millennials, auch als Generation Y bezeichnet, ist die digitale Transformation bereits Realität. Sie bringt andere Wertemuster mit als zum Beispiel die Generation X – der Anteil der Bevölkerung, die ab Mitte der 1960er Jahre bis zu Beginn der 1980er Jahre geboren wurde. Die Generation X ist laut Christian Scholz, Professor für Personal- und Informationsmanagement, durch gänzlich andere Haltungen geprägt als etwa eine Generation Y oder Z (nach 1995 geboren).  

Studien belegen, dass es Vertretern der Generation Z hauptsächlich um Freizeit statt um Karriere und um Familie statt um Firmenwagen geht. Immer weniger spielt die Bindung ans Unternehmen und an Marken eine Rolle, ebenso wie das Interesse an Führungsverantwortung und flexiblen Arbeitszeiten weniger wird. Gewünscht ist eine klare Trennung von Arbeit und Privatleben.  

Die Generation Y hingegen zeigt sich als leistungsbereit und optimistisch, was sie wiederum von der Generation X mit ihrem latenten Pessimismus und der Haltung „Arbeiten, um zu leben“ unterscheidet.  

Unternehmen, die den Ansatz New Work konsequent verfolgen, sind angehalten, die unterschiedlichen Wertemuster der Generationen in ihre Personalarbeit zu integrieren.

Die Rolle von E-Mails bei New Work

In Zeiten flexibler Arbeitsplätze, intensiver digitaler Zusammenarbeit und hoher Mobilität werden sich E-Mails schon bald als ein Relikt der Vergangenheit erweisen. Nicht nur, dass sie durch mehrfaches Speichern einen Großteil der Speicherressourcen verbrauchen. E-Mails produzieren in der Regel weiteren Speicherbedarf allein dadurch, dass der weitere Umgang wieder neuen Speicherplatz erfordert. Zudem eignen sich E-Mails nicht dafür, die Entwicklung von Prozessen, Produkten und Teams zu unterstützen. 

In Zeiten von New Work sind Medien gefragt, die die Zusammenarbeit direkt unterstützen, gleichzeitiges Arbeiten ohne Informationsverlust zulassen und zentrale Zugriffsmöglichkeiten bieten. Das Collaboration-Tool Microsoft Teams ist dafür ein passendes Beispiel – ein Tool, das den Fokus auf eine direkte, kontextbezogene Kommunikation setzt. 

 

Beispiel: New Work bei Continental

Der Autozulieferer Continental hat als Schlüssel zur Digitalisierung Räume für lebenslanges Lernen geschaffen. Verschiedene Arten der Wissensvermittlung greifen im beruflichen Alltag bei Continental ineinander: Schulungen, zertifizierte Weiterbildungen, e-Learning und Lernforen in sozialen Netzwerken gehören nach Angaben des Konzerns ebenso dazu wie Auslandseinsätze, Job-Rotation und Sonderprojekte außerhalb des eigenen Tätigkeitsbereichs. Diese Ansätze dienen laut Continental der Vernetzung und schulen den Blick über den Tellerrand hinaus. Continental sieht Fehler als Lernchance und bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sogenannte Experimentierräume, in denen sie ihre Ideen einbringen und disziplinübergreifend zusammenarbeiten – ohne jegliche Denkschranken. Die Initiative „Future Work“ ist gleichzeitig die Roadmap für zukünftiges Arbeiten. Sie umfasst vier Bereiche: 

Diversity: 
Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven sollen in Zusammenarbeit zu neuen Ideen, Lösungen und Innovationen gelangen. 

Leadership: 
Mit kreativem, interdisziplinärem Arbeiten in flachen Hierarchien, wertschätzendem Feedback sowie einer toleranten Fehlerkultur soll ein inspirierendes Umfeld geschaffen werden.  

Flexibility:
Mit mobilem Arbeiten, Teil- und Gleitzeitmodellen sowie Sabbaticals sollen flexible Arbeitsbedingungen erreicht werden. 

Learning:
Maßgeschneiderte Bildungs- und Talentmanagement-Programme sollen Mitarbeiter*innen fit für die Digitalisierung und ihre rasanten Innovationszyklen machen. 

 

Auch Mitarbeiter*innen müssen bei New Work dazulernen

New Work erfordert auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine andere Einstellung zur Arbeit, denn zukünftig geht es darum, offener und flexibler zu sein. Lern- und Veränderungsbereitschaft werden zu Schlüsselfaktoren im Wettbewerb um geeignete Mitarbeiter*innen. Letztlich ist es Voraussetzung, den sich bereits vollziehenden Wandel mittels einer positiven Grundhaltung zur Digitalisierung zu akzeptieren. Das schließt mit ein, sich von der liebgewonnenen Haltung „das haben wir schon immer so gemacht“ zu verabschieden. In der Arbeitspraxis kann das beispielsweise bedeuten, sich intern keine E-Mails mehr zu schicken, sondern dafür entsprechende Collaboration-Tools zu nutzen.  

Den Umbruch, den New Work für die Arbeitskultur bedeutet, müssen also auch Mitarbeiter*innen mittragen und mitgestalten. Für die verschiedenen Altersgenerationen in Unternehmen stellt das jeweils unterschiedliche Herausforderungen dar. Die Bereitschaft, den digitalen Wandel anzunehmen, ist für Mitarbeiter*innen eine Chance, sich mit ihm auch persönlich zu entwickeln.  

Vielen Dank an die Digital Workplace Consultant und Sketchnote Artist Luise Freese für die hilfreichen Sketchnotes!

Redaktion busitec

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